Herzinsuffizienzambulanz - Pflegesituation in Deutschland
Das niederländische Modell
Die kardiologische Ambulanz der Uni Groningen/Friesland in den Niederlanden ist die führende Ambulanz für Patienten mit einer dekompensieren oder neu diagnostizierten Herzinsuffizienz. Das dortige Team besteht aus Pflegeexperten im Bereich Herzinsuffizienz und promovierten Pflegewissenschaftlern. Die Ambulanz ist an 3 Tagen pro Woche von 09:00 bis 12:00 Uhr geöffnet und empfängt in dieser Zeit regelmäßig nicht mehr als sechs Patienten, sodass immerhin durchschnittlich 20 bis 30 Minuten für jeden Patienten zur Verfügung stehen. Die Betroffenen führen ein so genanntes Herzinsuffizienz-Tagebuch. In Einzelgesprächen werden die Ist-Sitution aufgenommen und gezielte Maßnahmen auch mit den Angehörigen geplant. Regelmäßig werden dabei Blutdruck, Puls und Gewicht gemessen und der Körper insbesondere die Beine auf Ödeme untersucht. Neben der Einweisung der Patienten und der Angehörigen mit verschiedenen Unterrichtsmaterialien greift sodann die Medikamentenoptimierung und die Einstellung mit Medikamenten entsprechend dem gemeinsam ausgearbeiteten Plan Platz. Zum Zwecke der Vorbereitung besprechen sich die Pflegekräfte gegebenenfalls auch mit dem zuständigen Kardiologen or jedem Termin ab. Schließlich wird der Verlauf der einzelnen Besprechungen in einem strukturierten Pflegebrief festgehalten. Herausbilden sich multidisziplinären Gruppen aus Medizinern und Pflegern, die sich einmal in der Woche treffen.
Auch wenn wegen der Trennung von ambulanter und stationärer Pflege und einer fehlenden gleichlautenden Ausbildung in der Pflege eine Übertragung auf das System in Deutschland nicht sofort möglich erscheint, wäre es aber den betroffenen Patienten zu wünschen, wenn diese Tätigkeiten auf Spezialisten übertragen werden und lokale Stützpunkt als Ansprechpartner für Patientenangehörigen zur Verfügung stellen. Dafür bedarf es zunächst einer zielgerichteten Fortbildung, die nun als Masterstudiengang „Pflegeexpertin Herzinsuffizienz“ von der Privaten Universität Witten/Herdecke gGmbH erstmals zum Wintersemester 2008/2009 angeboten wird.
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