Inkontinenz - Im besten Alter
Statistische Betrachtungen und Vorurteile
Statistisch sind in jüngeren Jahren häufig Frauen von einem ungewollten Harnverlust bzw. Inkontinenz betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt aber der Anteil der Männer, insbesondere wenn sie an Prostatakrebs leiden. Der Leidensdruck, Scham und Unsicherheitsgefühle sind enorm. Viele Betroffene ziehen sich zurück und meiden Sozialkontakte und Freunde aus Angst, es könnte etwas passieren. Meist führt die Entfernung der Vorsteherdrüse dazu, dass Männer unter einem regelmäßigen und mehr als geringfügigen Harnabgang zu leiden haben, der das Leben erheblich beeinflusst. Dabei trifft der Begriff Blasenschwächen nicht zu, da die der Blase selber völlig intakt ist. Das einzige Organ, das für den ungewollten Harnabgang verantwortlich ist, ist der Schließmuskel der Harnröhre. Oft wird der Schließmuskel durch eine Operation beeinträchtigt oder es wird wegen einer Geburt überdehnt. Insofern kommt es dann häufig vor allem unter Druck, z. B. beim Lachen oder Husten dazu, dass sich die Blase unkontrolliert entleert. Betroffenen finden einer heftigen Harndrang und schaffen es nicht rechtzeitig zur nächsten Toilette. Ursache für den Harndrang kann aber auch sein, dass die Prostata gutartig vergrößert ist und auf die Harnröhre drückt. Vor einer Operation an der Vorsteherdrüse sollten sich die betroffenen Männer ausführlich über das Problem mit ihrem Operateur unterhalten. Denn es kommt gerade in diesen Fällen sehr stark auf die Erfahrung des Chirurgs an.
Sport und Gymnastik
Ganz wichtig ist es, im Anschluss an eine Operation mit einer kundigen Physiotherapeutin/en einen Plan für das tägliche Beckenbodentraining aufzustellen. In der Praxis gibt des verschiedenen Trainingsmethoden wie z. B. Übungen auf einem Sitzball, Elektrostimulationsgeräte oder Magnetstühle, die den Schließmuskel aktivieren sollen. Wichtig ist, dass der Betroffenen ein Gefühl dafür bekommt, den Muskel gezielt anzusprechen und das nach einiger Zeit auch ohne Hilfsmittel. Als Notfall-Set und Hygieneartikel sollten Sie aber stets eine Tasche mit Ersatzwäsche, Taschentücher, eine Plastiktüte oder Windelhosen, Einlagen und Slips sowie geruchsbindende Substanzen zur Hand haben. Manchmal hilft auch der Einsatz eines künstlichen Schließmuskels. Dabei wird eine Manschette um die Harnröhre gelegt. Natürlich darf nicht verschwiegen werden, dass es mechanische Probleme oder Infektionen geben kann und Langzeitstudien noch ausstehen.
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